Der Gottesname „Vater“ war zunächst noch nicht offenbart worden. Auch Mose hatte diesen Namen nicht zu hören bekommen. Der Sohn aber hat uns den Namen „Vater“ offenbart. Bereits der Name „Sohn“ enthält die Offenbarung des Vater-Namens. Er sagt: „Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.“ Und dieser Name soll geheiligt werden. Das bedeutet nun nicht, dass wir Menschen etwa Gott etwas Gutes wünschen sollten. Das wäre ja so, als hätte Gott nicht schon alles. Es geht vielmehr darum, dass Gott an jedem Ort und zu jeder Zeit von jedem Menschen gepriesen werden soll, und zwar aus Dankbarkeit für die Wohltaten, die er jedem erweist. Es geht also um den Lobpreis Gottes.
Gibt es aber eine Zeit oder einen Ort, an dem der Name nicht heilig und geheiligt wäre, und zwar aus sich selbst. Denn sein Name ist es ja, der alles andere heilig macht. Die Engel, die ihn umgeben, hören nicht auf, ihm zuzurufen: „Heilig! Heilig! Heilig!“ Und wir, die wir ja dazu bestimmt sind, einst an der Seite der Engel zu stehen, sollen schon hier in der Welt diesen Lobpreis lernen.
Wenn wir bitten: „Geheiligt werde dein Name!“, dann bitten wir, dass sein Name in uns geheiligt werde, denn wir gehören zu ihm, aber auch, dass sein Name in denen geheiligt werden, auf die Gottes Gnade noch wartet. Damit erfüllen wir auch sein Gebot, für alle, ja auch für unsre Feinde, zu beten. „Geheiligt werde dein Name“ heißt also: durch uns in allen.
