Das höchste und notwendigste Gut besteht darin, dass der Name Gottes durch mein Leben verherrlicht wird. Ich muss, so glaube ich, vor allem darum beten und das zur Hauptangelegenheit meines Gebetes machen, dass der Name Gottes durch mein Leben nicht gelästert wird, sondern dass er verherrlicht und geheiligt wird. Durch dich – so will der Herr sagen – soll mein herrlicher Name, den du anrufst, geheiligt werden, auf dass die Menschen deine guten Werke sehen und den Vater preisen, der im Himmel ist. Wer könnte denn den Namen Gottes nicht preisen, wenn er einen Gottesgläubigen sieht, der ein Leben führt, das ganz lauter ist und von der Tugend getragen, das selbst jedem geheimen bösen Gedanken abgeneigt ist, das in seiner Keuschheit leuchtet und in seiner Klugheit ehrwürdig ist, das weder träge und weichlich noch stolz ist, ein Leben, das nur einen Reichtum kennt: die Tugend, ein Leben, das nur eine Ehre hat: die Verwandtschaft mit Gott, ein Leben, das nur eine Würde und Macht schätzt: die Sehnsucht nach Gott. Wer also betet: „Geheiligt werde dein Name!“, der sagt damit soviel wie: „Möchte ich doch mit dem Beistand deiner Gnade ein Mensch werden, der gottesfürchtig ist und gerecht, der die Wahrheit liebt und sich mit Weisheit schmückt, der das rechte Maß kennt, der vergänglichen Tand gering schätzt und nach dem trachtet, was oben ist.“ Dies und Ähnliches umfasst die kurze Bitte: „Geheiligt werde dein Name!“ Gott kann durch uns nämlich nicht anders verherrlicht werden als dadurch, dass unser Leben auf die göttliche Macht als auf die Ursache und Quelle des Guten hinweist.
Vaterunser (19)
November 30, 2008 von justina
Gregor von Nyssa, Über das Gebet des Herrn 3.3
„Geheiligt werde Dein Name!“
Gott; es gibt keinen Namen für ihn. Wenn wir ihn „den, der er ist“ als Gott rufen, kann und soll dieser “Name” durch uns Menschen nicht missbraucht werden.
Der Sohn Jesus Christus hat uns die Lobpreisungen und Bitten des Vaterunsers anvertraut. Oder vom Vater her gesehen: Durch das Geschenk der Liebe, Jesus Christus, dürfen wir dieses Gebet zu Gott sprechen und damit seinen Namen heiligen.
Gott ist in seinem Sohn ansprechbar geworden: Wir dürfen Jesus als Freund suchen, und damit auch den Vater finden.
So kann ich Weihnachten begreifen!